Posted on Juni 22, 2021, von & gespeichert unter ICAHD Newsletter.


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Der Krieg zwischen Israel und dem Gazastreifen hinderte Siedlerkolonisten nicht daran, weiterhin Palästinenser im gesamten Westjordanland anzugreifen. In vielen Fällen nahmen israelische Soldaten an diesen Angriffen teil.

So kamen zum Beispiel am Freitag, den 14. Mai 2021, Siedlerkolonisten – von denen einige bewaffnet waren – vom Außenposten Giv’at Ronen und eröffneten das Feuer auf Palästinenser im östlichen Teil des Dorfes Bourin. Fünf der Anwohner wurden verwundet. Die Siedler-Kolonisten verbrannten Eigentum in der Nähe eines der Häuser, zündeten Bäume an und zerschlugen Fenster von vier Häusern. Vor Ort anwesende Soldaten beteiligten sich an dem Angriff, anstatt ihn zu verhindern, indem sie gummiummantelte Stahlgeschosse sowie Tränengas und Betäubungsgranaten auf die palästinensischen Bewohner abfeuerten.

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Am Sonntag, den 23. Mai 2021, brachten Siedler-Kolonisten eine Rinderherde zu einem neuen Siedler-Kolonisten-Außenposten, den sie vor einigen Monaten auf Land gegründet hatten, das Palästinensern des Dorfes Bidiya (westlich von Salfit) gehört. Auf ihrem Weg zum neuen Außenposten passierten sie palästinensisches Land im Dorf Deir Istiya. Sie griffen an und verwundeten sechs Bauern, von denen zwei ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Darüber hinaus beschädigten sie zwei Autos.

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Am Dienstagabend, dem 1. Juni 2021, zündeten Siedler vom Außenposten südlich von Havat Maon (in den Süd-Hebron-Hügeln) 80 Heuballen auf einem Feld an, das palästinensischen Bauern aus dem Dorf Touba gehört. Den Bauern gelang es, das Feuer mit 40 Ballen zu löschen. Der Schaden beläuft sich auf 15.500 Schekel. Die Siedler-Kolonisten feuerten auf die Bauern, die mit dem Löschen des Feuers beschäftigt waren. Um 21:30 Uhr wurde die Polizei gerufen. Die Polizisten kamen 6 Stunden später, um 3:20 Uhr, blieben in der Nähe und weigerten sich, den Fall zu untersuchen.

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Am Dienstag, den 1. Juni 2021, haben wieder einmal israelische Regierungsagenten in Begleitung der Polizei Al Arakib im Negev abgerissen.

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Am Dienstag, den 8. Juni 2021, kamen israelische Soldaten in das palästinensische Dorf Bardala (im nördlichen Teil des besetzten palästinensischen Joran-Tals) und zerstörten zwei Wasserreservoirs für die Landwirtschaft, die von der Europäischen Union gespendet worden waren. Damit nicht genug, zerstörten sie auch noch einen landwirtschaftlichen Weg.

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Am 7. Juni 2021 hat die israelische Zivilverwaltung sämtliche Zelte etc.einer Beduinenfamilie (30 Personen), die im Gebiet der Taybeh Junction im Westjordanland lebt, abgerissen und beschlagnahmt. Am Sonntag, den 13. Juni, taten sie dies erneut bei einer anderen Familie in dieser Gegend. Diese Familien leiden unter wiederholten Drohungen und Übergriffen von Siedler-Kolonisten (vom Außenposten Neriya Ben Pazi) und ihren Herden auf ihre Getreidefelder. Das Leid und die Angst vor Siedlerkolonisten, der Abriss von Zelten/Bauten und die Konfiszierung ihrer Materialien – all das hat einige Beduinenfamilien dazu veranlasst, das Gebiet zu verlassen.

Viele Beduinenfamilien hier haben Räumungsbefehle erhalten. Mit Hilfe von Anwälten haben sie ihre Evakuierung hinausgezögert. Die Zivilverwaltung hat nun zu einer anderen Technik gegriffen: Sie schickt einen Inspektor, der den Ort dokumentiert und abreist. Dann, ein paar Tage später, nachdem sie mit dem Abriss und der Beschlagnahmung fertig sind, erteilen sie den Befehl…